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Thomas Hudson: Georg Friedrich Händel (1741)

Thomas Hudson: Georg Friedrich Händel (1741)

Opernbesuch

Der Titel der Oper ist schon Musik,
Im Saal wird es dunkel, beginnt das Stück,
Die ersten Barocktöne klingen:
Entführt uns der Meister mit zarter Hand
Vom Alltag hinfort in ein Feenland,
Der Gottheit uns näherzubringen…

Da hebt sich der Vorhang: Mülleimer stehn,
Die hohe Erwartung muss Ratten sehn,
Der Bruch wie ein Schlag in den Magen!
Ein unsäglich albernes Bühnenbild,
Als wär eine spaltende Kraft gewillt,
Den stärksten Kontrast aufzutragen.

Die Sänger erscheinen: ähnlich verspult,
Gekleidet, als hätt man im Quatsch gesuhlt,
Agieren dann meist auch im Liegen.
Noch kämpfen hier Abscheu und Sangespracht
Wie sterbend der Tag und betrübt die Nacht,
Nur klar ist, die Kunst wird nicht siegen…

Der Schlussakkord rauscht, doch taub dem Gehör,
Zuletzt auch erscheint noch der Regisseur:
Frenetisch Applaus, sollt man’s glauben?!
Ein schmächtiges Männlein verbeugt sich schon
Mit Schlips und nur groß in der Destruktion,
Am Weinstock zerdrückt sind die Trauben.

©Wolfregen

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