Valentinsblüte

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Foto: ©CanvasSlovenia / pixabay.com

~♥ Rosenherz ♥~

Des Winters dürftiger Gesang bin ich
aus tiefsten Seelensaiten, die ich dehne,
du bist der Sommerklang, den ich ersehne –
o liebe mich, so innig du nur kannst,
auch wenn die Sonne müde in dir tanzt
in trüber Stunde, die das Gold uns blich.

Mein Rosenherz blüht immer nur für dich,
wenn du mir nahe bist, dich bunt verschwendest
in meinem Garten mit der Töne Flut,
dein lichter Glanz birgt frische, warme Glut,
du wächst in mir stets liebevoll und endest –
und treibst die Knospe neu und ewiglich…

©Constanze

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Laut predigend zog er dahin…

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Foto: ©Rizzo, Marktstätte in Konstanz, Quelle: commons.wikimedia.org

Der Wanderprediger

In der Fußgängerzone sah ich ihn
Von Konstanz und später in Freiburg wieder,
Laut predigend zog er dahin,
Stehenzubleiben vermied er;
Die Leute sahen ihm schweigend nach,
Während er weiter unbeirrt sprach.

Überragte sie alle um einen Kopf,
Wirr war sein Haar, doch klar seine Stimme,
Die meisten dachten wohl: armer Tropf,
Mir schien er voll ratlosem Grimme;
„Heiß wird der Sommer“, sagte er,
Und manches Wunderliche mehr.

Durch welche Wüste von Innenstadt
Mag heute der Einsame gehen,
Ich habe ihn nie mehr gesehen,
Ob er noch Worte wie damals hat?
Oder lebt in einer Psychiatrie,
Predigt den Wänden und starrt auf sie…

©Wolfregen

„Wenn ich ein andres Wort für Musik suche, so finde ich immer nur das Wort Venedig.“ (Nietzsche)

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Friedrich Nerly der Jüngere: Santa Maria della Salute, Venedig (undatiert)

Nur in Venedig

Soll mir das Herz voll süßer Wehmut sein,
Dann fällt mir immer nur Venedig ein,
Die schwarzen Gondeln seh ich, die Kanäle,
Am Uferrand die langen Gondelpfähle
Und Haus an Haus Paläste ganz aus Stein.

Ich weiß von keinem Fluss in keiner Stadt,
Der eine Brücke wie Rialto hat,
Sah keine Kirche noch, die in sich ruhte
Wie Santa Maria della Salute,
Auf keinen Platz ich wie San Marco trat.

Nur in Venedig wachsen Rosen schnell,
Nur dort glänzt eine Mondnacht zauberhell,
Das Wasser schimmert wie bewegte Seide,
Musik klingt trauriger und sagt: ich leide
An dieser Schönheit, zeitlos ist ihr Quell.

In jeder Gondel fährt die Sehnsucht mit,
An jedes Fenster ein Geheimnis tritt,
Wie hohe Spiegel leuchten sie, nur milder,
Und Kerzen löschen ihre dunklen Bilder,
Wenn grau der Morgen naht mit leisem Schritt.

Möcht mir ums Herz recht süß und wehe sein,
Dann fällt mir immer nur Venedig ein,
Ich seh die Stadt, ich sehe die Lagune,
Sie ruht darin wie eine Märchenkrone,
Den Turm, die Kuppeln sehe ich und wein.

©Wolfregen

Er ging durchs Gebirg…

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Foto: ©sweetaholic / pixabay.com

*~ Sternenwanderer ~*

Es war schon dunkel, als er endlich ging
weit durchs Gebirg auf unbekannten Wegen,
vereist und aufwärts nur bei Schneewind, Regen
und jeder Schritt ein Stein, der an ihm hing.

So mächtig wie der Fels, der ihn umfing,
doch fühlte er die Kraft, ihn zu bezwingen –
es steckt viel Wunderbares in den Dingen,
in jedem Wandrer, der da einsam ging.

Voran, nur immer seinem Ziel entgegen,
das leuchtet auf dem eignen, hohen Pfad
wie jener Ort, der plötzlich vor ihm lag,
ein Lichtblick nach dem Sturm und stiller Segen.

Und über ihm der Mond mit sanftem Schimmer
und Glanz wie aus der warmen Häuser Zimmer
zog tröstlich in sein müdes, banges Herz
und nahm die Schwere von ihm und den Schmerz.

Nahm Winter ihm und gab der Seele Schwingen
wie einem, dem die Himmel leise singen
ganz ohne Wirrnis, Mühsal im Gepäck –
so ging er leicht, flog sternengleich hinweg…

©Constanze

Reich mir die Hand, wenn du noch Träume hast…

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Friedrich Nerly der Jüngere: Canal Grande, Venedig (undatiert)

Sehnsucht nach Venedig

Reich mir die Hand, wenn du noch Träume hast,
Verschließ die schönen Augen, sei mein Gast,
Lass dich wie Helena mit Lust entführen,
Am goldnen Ziel will dich mein Kuss berühren
Und wiederfinden soll dich ein Palast.

Der öffnet sich in einem weiten Flur
Und draußen gibt es schöne Häuser nur,
Du stehst am Fenster, aller Sorge ledig,
Du bist im Herz der Schönheit: in Venedig
Und hinter dir verliert sich jede Spur.

Die Gondeln gleiten hin im Abendschein,
Der lichte Himmel färbt sich langsam ein,
Ein letzter Glanz sich legt, schon matt und schwächer,
Auf Kirchenkuppeln und auf hohe Dächer,
Als wollte alles ein Geheimnis sein.

Stell Kandelaber auf im ganzen Raum,
Dann zieh dich aus, ganz aus, erwart es kaum,
Auch deine Schönheit unverhüllt zu sehen,
Mit Fächer nur sollst du im Kreis dich drehen,
Denn mit der Wollust stirbt auch unser Traum.

Bis dahin aber tanze fröhlich fort,
Venedig ist dafür geweiht der Ort,
Die Liebe blickt durch Masken und Gewänder,
Von Haus zu Haus knüpft rot sie ihre Bänder
Und wo auch wär sie süßer, wenn nicht dort.

©Wolfregen

In eigener Sache…

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Liebe Freundinnen & Freunde der Poesie!

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was der freudige Besuch auf den Präsenzen anderer WordPress-Teilnehmer zuweilen zutage fördert! Wie heißt es doch gleich? Jede Ähnlichkeit mit anderen Texten ist rein zufällig…

Deshalb seht ab und zu ein wenig genauer hin. Vielleicht entdeckt Ihr dann per Zufall irgendwo Euer selbst ersonnenes Intro auf einer Seite, auf der Ihr es nie vermutet hättet, im Wortlaut nahezu identisch übernommen von einer Euch unbekannten Person, wie z.B. hier:

https://gluecksfeegedichteblog.wordpress.com/ueber/

https://wolfregensconstanze.wordpress.com/ueber-mich/

Und wer weiß, vielleicht entdeckt Ihr eines Tages obendrein auch noch eines Eurer eigenen, mit Herzblut verfassten Gedichte unter einem fremden Namen. Ganz zufällig, ohne Eure Zustimmung und natürlich ohne irgendeine Quellenangabe. Ist doch klar!

Mit grauen, klammen Fingern…

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Foto: ©Constanze

~ Januargefühl (III) ~

Mit grauen, klammen Fingern, sturmgetragen,
streift mich der Januar in diesen Tagen
und dennoch sprießen zarte Hoffnungsblüten,
die warme, lichte Töne in mir hüten.

Und was vergangen, ruht als Landschaftsbild
so bunt gemalt, doch auch mit blassen Klängen,
die tonarm liebliche Natur bedrängen,
verschleiern und verwässern – ungestillt.

Ich bin an Herz und Seele sanft und wild,
nicht jeder Weg mag mich zum Gehn verführen,
nicht alles leuchtet, was dem Menschsein gilt –
doch kleinster Hauch kann mir die Tiefen rühren.

©Constanze

 

Januargefühl (II): https://wolfregensconstanze.wordpress.com/2017/01/04/ein-leuchten/
Januargefühl (I): https://wolfregensconstanze.wordpress.com/2016/01/19/der-schnee-fiel-wie-ein-schleier/

Ich möchte an die Liebe glauben…

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William Adolphe Bouguereau: La Vierge aux Anges, 1881 (Ausschnitt)

*~ Venezianisches Bekenntnis ~*

So manches Wort hab silbern ich gesagt,
doch diese Zeilen hier stehn still geschrieben
in Versgold und zu einem Ring getrieben,
der ewig schimmert, nicht nach Schatten fragt:
Ich möchte an die Liebe glauben,
an alles Schöne in der Welt,
selbst wenn uns Schnee vom Himmel fällt –
ich seh nur Federflaum von Tauben…
und seh Venedig und den Markusplatz,
dort sind sie reine Engel, lichte Boten,
sie singen groß und hell mir jeden Satz,
der leicht beflügelt, scheidet von den Toten.
So möcht ich immerzu Gesang erlauschen
in allem, was berührt, lebendig macht –
lass uns ein wenig mit den Schwingen rauschen
und venezianisch sein und sternbedacht!

©Constanze

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir wünschen Euch von Herzen frohe, gesegnete Weihnachtstage
und einen besinnlichen Jahreswechsel.
Alle guten Wünsche für ein glückliches Jahr 2018!

Das Glück ist ganz nah…

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Foto: ©Jocian, Quelle: commons.wikimedia.org

Willmann’s

Gut, dass es die Cocktailbar Willmann’s gibt,
Bei allen Sabrinas ist sie beliebt,
Die könnten auch Mandy und Jennifer heißen,
Hier träumen sie gern von karibischen Reisen,
Der Trinkhalm verbindet sie mit der Welt,
Mit allem, was in der Ferne gefällt.

Sie saugen das Flair einer Großstadt ein,
Vergessen sind Mief und Narrenverein,
Beraten sich, wie sie die Nägel lackieren,
Nur hier scheint das Leben genug zu pulsieren,
Der Barkeeper steht zwar gelangweilt da,
Verkörpert aber: das Glück ist ganz nah!

Ein Longdrink bei Willmann’s heißt „Sonne satt“
Und doch ist hier alles nüchtern und glatt,
Das öde Provinznest verlangt nach Moderne,
Sabrina und Mandy, die sitzen hier gerne,
Auch Jennifer weiß keinen bessren Ort
Und alle träumen, sie wären weit fort…

©Wolfregen

Goldherzen hängen an goldenen Fäden…

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Foto: ©susan_oh, Quelle: pixabay.com

Lichterfest

Ach, ist die Zeit
Vor dem Lichterfest schön:
Wintermarkt, Shoppen,
Schick einkaufen gehn;
Hell in der Innenstadt leuchten die Läden,
Goldherzen hängen an goldenen Fäden.

Im Einkaufszentrum,
Der Eingangshalle,
Sammeln sich Smileys
Und singen alle.

DJ Nick Zipfelmann
Haucht gefühlvoll ein Lied,
Geflügelte Jahresendpuppen
Man überall sieht.

Ach, ist die Zeit
Bis zum Lichterfest schön –
Lasst uns behände,
Wenn die Lichtshow zu Ende,
In die große Abteilung
Für Erdmöbel gehn…

©Wolfregen

PS: Bereits in der DDR soll es Bezeichnungen wie „geflügelte Jahresendpuppe/ Jahresendfigur“ (Engel) oder „Erdmöbel“ (Sarg) gegeben haben, um die Sprache zu säkularisieren.