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Stille Passion

Seit Jahren schon besuchst du mich,
Wie könnt ich leben ohne dich?
Nie schweigt mein Herz in deiner Nähe
Und dass ich dich nun nimmer sähe,
Geliebter Freund, ertrüge ich?!

Du weißt nicht um das kurze Glück,
Kennst nicht mein trauriges Geschick,
Wie hätt ich‘s dir je sagen können?
Wie Leidenschaft und Inbrunst nennen
Als mit der Glut in meinem Blick?!

Er ist mir Sprache, Geste, Kuss,
Umarmung, Leiden und Genuss,
Gefühle, die sich schmerzlich drängen,
Die sich an Brust und Atem hängen –
Ein langer Blick mir reichen muss.

Wirkt dein Erscheinen wunderbar,
Ersehnter war’s in diesem Jahr;
Die Zeit eilt fort, der Tag geht schneller,
Mein wehes Herz brennt heißer, heller
Als jede Kerze am Altar.

Du sahst mich knien im Gebet
Und als du dich zu mir gedreht,
Da war im ganzen Raum ein Feuer,
Ich fühlte mich befreit vom Schleier:
Jetzt nimm ihn ganz, nie ist‘s zu spät…

©Wolfregen