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Foto: ©Gaius Cornelius, Tretmühle, Quelle: commons.wikimedia.org

Alltagslied

Der Mann ist aufgestanden,
Er lag in Morpheus‘ Banden,
Der Wecker trat ihn roh;
Er taumelt müd durchs Zimmer,
Es scheint, er träumt noch immer,
Dann geht er erst einmal aufs Klo.

Dort setzt er einen Haufen,
Er lässt das Wasser laufen,
Rasiert sich Wange, Kinn;
Das dauert eine Spanne,
Steigt in die volle Wanne,
Planscht wie ein Nilpferd lang darin.

Er putzt sich noch die Zähne
Und kämmt die schüttre Strähne,
So ist er halbwegs frisch;
Verlässt die Duschdampfdose,
Zieht an sich Hemd und Hose
Und kommt zum Frühstück an den Tisch.

Er lässt sich‘s hastig schmecken,
Am Tischtuch bleiben Flecken,
Gibt einen Abschiedskuss;
Nimmt Kittel, Schlüssel, Tasche,
Auch eine Sprudelflasche,
Dann geht es eilig auf den Bus.

Der Fahrplan ist begrenzter,
Er winkt herauf zum Fenster,
Sieht nicht und grinst doch breit;
Wohl den Gesinnungsschwaben,
Die eine Arbeit haben
In dieser ungewissen Zeit.

Seid fleißig, fromm, fidente
Und schafft für eure Rente,
Bleibt keinen Tag krank weg;
Und Vater Staat, lieb teuern,
Verwendet eure Steuern
Für einen guten, hohen Zweck…

Am Abend kehrt er wieder,
Isst auf und legt sich nieder,
Zwei Stunden ruht er dann;
Um elf Uhr geht er schlafen,
Bis morgen früh, ihr Braven,
Dann fängt der Trott von vorne an.

©Wolfregen