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Albin Egger-Lienz: Der Sämann (1903)

Acker und Sämann

Hab gute Ruh, zerpflügte Ackererde,
Die Saat ist ausgebracht, damit sie Weizen werde,
Die Spreu hat sich getrennt vom reinen Korn,
Der alte Säemann, er blickt getrost nach vorn.

Es mögen Stürme wehen, Krähen kommen,
Der Herbst in grauer Dunkelheit im Lande stehn,
Das böse Wetter soll der Finsterwelt nicht frommen,
Man wird schon bald die Aussaat sprießen sehn.

Des Winters Kälte kann den Wuchs nicht kränken,
Du, goldner Boden, bist es, der bewahrt und schafft,
Du wirst den Frierenden mit reicher Furcht beschenken,
Der harrend dir vertraut und deiner Kraft.

Nicht lange hin, dann wird ein Frühjahr kehren,
Das helle Sonnenlicht wird sich der Wolken wehren,
Dann sprosset, Halme, grüne Ähren, reift,
Hoch aufgerichtet nach des Lebens Sommer greift.

©Wolfregen

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