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Foto: ©Constanze

~ Oktobergarten ~

Mein Garten blüht und singt noch bunt sein Lied,
nie lieblicher lag Schimmer auf Rabatten,
nie tiefer mancher Farbton, der hier glüht,
im Wissen um den kalten, dunklen Schatten,
der jede Sinfonie verklingen lässt…
und feines Harfenspiel, das bange flieht,
zum Echo wird in ersten Nebeltagen
mit kläglich dürft‘gem Rest,
der wiederkehrt und zaghaft Saiten zieht,
um nun sein letztes Lächeln anzutragen.

Ein Lächeln wie ein Hauch Rosé in Lidern
und Apricot auf Wangen später Rosen
– wie fern sie nur noch großen Klang erwidern
mit blassem Teint gleich lila Herbstzeitlosen,
die manchmal sich verliern im leichten Blau
des Himmels heit’rer Sonnenstunde Tanz,
nur Aufgesang in güldnen Blattwerktönen,
so windstill, ohne Grau,
und Chrysantheme, Dahlie stehn im Glanz,
in fülliger Erinnerung des Schönen.

Dies Schöne wohnt und wiegt sich leis in Zweigen,
im Herz der Linde und im Apfelbaum,
fruchtrot vollendet weckt des Herbstes Reigen
noch einmal Sehnsucht nach dem Sommertraum
und trägt doch Müdigkeit stets in den Gliedern,
ist licht und lau, getrübt und rau zugleich,
Oktober, der sich wie April verwendet
mit neuen alten Liedern,
wächst und verdichtet, welkt im Dasein bleich,
bis er im Winter schließlich kraftlos endet.

©Constanze

…siehe auch mein Gedicht „Aprilgarten“: https://wolfregensconstanze.wordpress.com/2016/04/13/wie-zarte-wortgebilde/

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