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Foto: ©Wolfregen

„…doch nimmer vergeß ich dich,
So fern ich wandre, schöner Main! und
Deine Gestade, die vielbeglückten…“

(Aus: „Der Main“ von Friedrich Hölderlin)

 

~ Spätsommerabend am Main ~

Noch einmal Sonne, eh sie uns versiegt
und kalter Nebel überm Wasser liegt,
noch einmal selig, sorglos glücklich sein
im goldnen Licht, im Sommerabendschein!

Und Schwäne tauchen leise, trunken ein
im heil’gen Strom der singenden Gestade,
wie sie bedächtig sich den Wellen weihn
und anvertraun dem reinigenden Bade.

Sie wissen um entrückte, dunkle Seiten,
die nahe sind den tiefen Gründen,
in denen sie die Nahrung finden,
um ganz im Fluss des Daseins hinzugleiten.

O Main, du kannst mir meine Seele weiten,
ich seh hinab und blick in einen Spiegel
von Ewigem in einem großen Tiegel,
in diesen Fluten, die mir Glück bereiten.

So geb ich mich ans Fließen deiner Tage,
gieß wie aus einer Quelle ohne Klage
Erinnerung und Sehnsucht in mich ein –
und nächstes Jahr wird’s wieder Sommer sein!

©Constanze

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