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Foto: GLady / pixabay.com

Foto: ©GLady / pixabay.com

~ Briefe ans Leben ~

Die tiefen Briefe schrieb ich stets im Mai,
tat Sehnsucht mit hinein und mein Erschauern
aus klaren Frühlingsnächten und mein Trauern
um all die Schönheit, die vergänglich sei.
Vergänglicher als jene Alltagsstunden,
die müde, trunken wir bei Tag umrunden,
bis in der Dunkelheit Musik uns steigt
und in den frischen, grünen Zweigen schweigt,
in Wäldern rauscht und flüstert, fließt,
sich in den Duft der Wiesen gießt…
Hörst du der Nachtigallen Ruf?
Sie singt o wundersames, süßes Lied
an Rosenknospen rot und blauen Blüten.
Welch große Lust er uns nur schuf
– ach, dieser Maien, der den Winter schied,
Natur erweckt, er wird uns sanft behüten
mit seinem Kuss, der licht den Sommer bringt
und nun in allem, in den Herzen schwingt,
bis wieder eines Tags das Blatt
sich wendet, fällt, leicht welk und matt.
Das ist der Dinge großes, einz’ges Wehen
und in uns liegt Erkennen, leises Flehen,
ein Wissen um der Augenblicke Spiel,
in denen alles greift nach Fülle, Leben,
– wie jene Nächte, die im Frühjahr singen,
um dann mir im Vergehn gleich zu entschweben,
und all die Zeilen, die nach Sehnsucht klingen,
als in mir Trauern und Erschauern fiel…

©Constanze

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