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Foto: Constanze

Foto: ©Constanze

~ Aprilgarten ~

Mein Garten blüht, erblüht ganz sacht im Licht
des wärm’ren Strahls, als hätt er fast vergessen,
wie schön er ist nach Ruhe und Verzicht,
als hätt er all die Farben nie besessen
im Wintergrau, wenn’s Jahr sich trauernd neigt,
verdorrt, hinweggeweht wie feiner Staub
und reingewaschen in die tiefen Gründe,
wenn alles schläft und schweigt,
nackt sich ergibt im letzten Fall, im Laub,
als ob ein Neues ihm nie mehr entstünde.

Und nun scheint er sich zaghaft zu besinnen
auf diesen Funken, der sich in ihm weitet,
ureigne Glut, die stets geschürt von innen,
nie ganz erloschen war, ihn neu begleitet,
entzündet von der Sonne heit’rer Stund,
treibt sie mit Freud die Samen, Knospen an,
im üpp’gen Quell von Grün sich zu ergießen,
und wieder sprosst es bunt
aus dürren, fahlen Halmen, Zweigen dann,
kein Schauer, Sturm kann diesen Glanz verdrießen.

Denn jede Blumenseele vielmehr labt sich
am frischen Tropfen, stärkt den eignen Saft
und gießt ins Füllhorn sich, was ihr ersprießlich,
den edlen Nektar, des Apriles Kraft;
er trägt den Schimmer auf der matten Schale,
ist licht und lau, getrübt und rau zugleich,
trotzt jeder kalten Front mit Herzensmilde,
entwächst dem müden Tale,
entfaltet sich dann ungehindert, reich
wie Schmetterlinge, zarte Wortgebilde…

©Constanze

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