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Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Foto: ©Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Autor Händchen

Alle großen Künstler leben in Paris,
Auch Provinzlicht Händchen dachte eitel dies;
Mietet sich ein Zimmer mit Bidet darin,
Sommers reist er immer schaffensfroh dorthin.

Länger dort zu bleiben, reicht nicht Geist noch Geld:
Kann nicht besser schreiben, wo ihm nichts gefällt;
Nebenan läuft Fernsehn ordinär und laut,
Wohnt ein Krimineller, der die Frau verhaut…

Untermiete, Vorstadt, sprach das Portemonnaie,
Sitzt dafür am Mittag lange im Café;
Fährt weit mit der Metro bis nach Montparnasse,
Sonnt sein Künstler-Ego am Boulevard etwas.

Läge gern im Koma all die lange Zeit,
Flair heißt hier Aroma: dick und braun und breit;
Hört Chansons und Lieder von Edith Piaf,
Reue quält ihn wieder, drüben schreit der Aff…

Heimgekehrt zur Lesung, wird es Genre sein
Und die schiefen Verse schweigen von der Pein;
Nachbarins Gemotze wird zur Weisheit prall,
Aus der dummen Ziege eine Femme fatale.

Schaut man in das Bändchen, das er drucken ließ,
Lebt der Autor Händchen hier und in Paris;
Fragt ihn jemand zöglich, wo er lieber wär:
Leben ist nur möglich in Paris, sagt er…

©Wolfregen

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