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Konrad von Parzham auf dem Totenbett (1894)

Konrad von Parzham auf dem Totenbett (1894)

Der ewige Pförtner

Im Wallfahrtsörtchen Altötting
Im bayrischen Hinterland,
Besucht von zahllosen Pilgern,
Das Kloster Sankt Anna stand.

Ein Kapuzinermönch starb dort,
Der alt war und Konrad hieß,
Dem vierzig Jahr lang sein Prior
Den Platz an der Pforte wies.

Wo achtzehn ruhlose Stunden,
Pro Woche? Nein, jeden Tag!
Mein Gott, es klingelte ständig,
Der Pilgerdienst ihm oblag.

War endlich Ruhe, dann ging er
Daneben in seinen Raum,
Dort hat er meist noch gebetet,
Geschlafen, das hat er kaum.

Durch einen schmalen Spalt sah er
Den Kirchenraum samt Altar,
Er nahm die Hostie täglich,
Die einzig ihm wichtig war…

Man hat ihn seliggesprochen,
Dann heilig im fernen Rom –
„Jetzt kann I nimmer“, war alles,
Was er sprach, dann fiel er um.

Ihr seht den Müden hier liegen
Mit Kutte und wirrem Bart,
Brevier und Kruzifix zieren
Den Frömmsten wohl seiner Art…

©Wolfregen

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