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Bernardo Bellotto: Der Marktplatz von Pirna (1753-54)

Bernardo Bellotto: Der Marktplatz von Pirna (1753-54)

Liebeskummer

Läuten am Abend die Glocken
Am Tore und über der Stadt,
Fühle ich, dass ihr Frohlocken
Auch immer was Trauriges hat.

Stehe am Fenster und warte
Und wird mir im Innern ganz schwer,
Kommt doch kein Brief, keine Karte –
Ich denke, er schreibt mir nicht mehr.

Hübsch bin ich nicht, noch erfahren
Und doch hat er immer geschaut,
Einer nach so vielen Jahren,
Da hab ich mich lächeln getraut.

Kam mich am Abend besuchen
Mit Blumen, er hätt’s nicht gemusst,
Hätte gebacken zwei Kuchen,
Ja, hätt ich davon nur gewusst.

Habe kein Wörtchen gesprochen,
So liebend und gern ich’s getan,
Nur in den Blumen gerochen,
Er ging dann von selbst irgendwann…

Hör ich am Abend die Glocken,
Wie wird mir ums Herze so bang,
Nie bleibt das Auge mir trocken,
Ich weine dann bitter und lang.

©Wolfregen

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