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Foto: Constanze

Foto: ©Constanze

Wetterreiter

Gerade noch so still, nun trotzt der Himmel,
in dichten Wolken schiebt sich grau ein Band
vor lichte Strahlen, eine dunkle Wand
von Schatten, galoppierend schnell wie Schimmel.

Als kämen wilde Reiter übers Land,
ein dumpfes Grollen vieler Hufe, Pferde
bewegen plötzlich diese stille Erde
und pflügen sie in Aufruhr bis zum Rand.

Ein großes Rauschen regt sich in den Zweigen,
ein ganzer Chor von Stimmen im Geäst,
aufbrausend will der Wetterreiter zeigen,
was droht, wenn er die Zügel locker lässt.

Und oben durch der Tannen Wipfel geht
ein Prasseln bis hinunter zu den Wiesen,
die Front von Ross und Regen schnaubend steht
beharrlich überm Tal wie starre Riesen.

Zuletzt ein Dampfen aus den warmen Nüstern,
leis aus den Wäldern zaghaft banges Flüstern,
der Zug vorüber und der Nebel steigt
– des Sommers Ende naht und alles schweigt.

©Constanze

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