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Thomas Cole: Moonlight (1833-34)

Thomas Cole: Moonlight (1833-34)

Der Zauber einer Sommernacht

Ich war schon zu Bette und schlief nicht ein,
Lag draußen doch alles im Mondenschein,
Da hab ich das Fenster weit aufgemacht
Und schaute hinaus in die Sommernacht:
Wie trat sie mir groß und geheim entgegen,
Ich wollte mich gar nicht mehr schlafen legen!

Vom Garten her roch ich den süßen Duft,
Ein goldenes Wispern in warmer Luft,
Die Glühwürmchen schwebten von Strauch zu Strauch,
Es blühten die Rosen im Zauberhauch;
Da ging eine Sternschnuppenträne nieder –
Sie traf mich, ich weinte seit langem wieder.

Dem Walde zu sah ich ein Silbergrau,
Auf glänzenden Wiesen lag früher Tau,
Der Tag schlich klammheimlich und kühl heran,
Erschreckte die Vögel, ihr Lied begann;
Die Stille erstarb mit der Morgenröte:
Ihr Leuchten zog auf und der Ostwind wehte.

©Wolfregen

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