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Edward William Cooke: Venezia (1851)

Edward William Cooke: Venezia (1851)

Venedig!

Ich wüsste keine andre Stadt,
Die goldener möcht untergehn,
Die im Verfall noch Zauber hat,
Morbide ist und sterbend schön,
Wo selbst der Tod ein Gondoliere,
Hinübergleitet schwarz die Fähre…

Und alles wird in ihr Musik:
Die weite Biegung am Canal,
Rialtobrücke, Seufzerblick,
Die Gondel und der Gondelpfahl;
Mag er auch halb im Wasser stehen,
Die Farben froh nach oben drehen.

Sie bleibt maskiert und eine Frau,
Die sich zwar gehn, doch feiern lässt,
Der Kirchen schönsten Kuppelbau
Verdankt sie immerhin der Pest –
Barockes Leben will sie spüren
Und selbst in Trauer noch verführen.

San Marcos Tauben fliegen noch,
Der Campanile steht noch da,
Der Löwe nicht nach Hause kroch,
Die Säulenhöhe schützt ihn ja;
In der Lagune mag versinken
Ihr Glanz, man wird ihn ewig trinken.

©Wolfregen

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