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Arnold Böcklin: Die Toteninsel (1883, dritte Version)

Arnold Böcklin: Die Toteninsel (1883, dritte Version)

Böcklins Toteninsel

In Basel sah ich dieses Werk im Original,
Die dritte Fassung und zwei weitere Versionen,
Ging durch die Ausstellung, betrat gespannt den Saal,
Das Urbild: ernst, dann sie: ein Schauder, dort zu wohnen…

In schroffer Furchtbarkeit stand groß er plötzlich da,
Wer zu ihm kommt, der kehrt nicht mehr zurück, nie wieder,
Wo er jetzt ist, wächst Trauer nur, ist Stille nah,
Ein Ort, der Lust nicht kennt und keines Vogels Lieder.

Als eine Insel, rings umgeben nur von Meer,
Sein Wasser endlos, bleich, sich keine Wellen regen;
Auf einem Nachen, kleiner Mensch, bringt man dich her,
In eine enge Grabeskammer dich zu legen.

Hoch über diesem harten Fels Notwendigkeit
Ein letztes, leises, schwaches Licht der bangen Seele,
Der Himmel trübt sich ein, die zugemessne Zeit
Ist um – dann steigst du aus und ich, der Tod, befehle!

©Wolfregen

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