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Sascha Schneider: Mondnacht (1906)

Sascha Schneider: Mondnacht (1906)

Der Harfenspieler

Behutsam, weich ergreift er ihre Saiten,
als wolle nur ein Windhauch sie berührn
und sie zu jenem zarten Klang verführn,
wo lichte Himmelstüren sich leicht weiten.

Um mit ihr ins Elysium zu fliehn,
verschmolzen in sehr reinen, feinen Tönen,
ein reiches, gegenseitiges Verwöhnen,
wenn sanfte Hände Resonanzen ziehn.

Was wissen schon die andern von der Stille,
die sich in diesem Akt des Spiels ergießt,
und von der Anmut, Hingabe und Fülle,
wie sie sich nur den Liebenden erschließt.

Und doch, sie ahnen‘s, schwingen leise ein
in dieses zärtlichste Duett der Zeiten,
es ist, als wolle er nun alle leiten
und streicheln, rührn in ihrem Seelensein.

©Constanze

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