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Erntedankfest, Foto: Ferdinand / pixelio.de

Erntedankfest, Foto: ©Ferdinand / pixelio.de

Michaeli

Zur Kirche lasst gehn uns, zum Segensfest,
Die Gaben des Herbstes ihr dankbar bringen,
Die Hände gefaltet, das Haupt entblößt,
So woll‘n wir im Herzen zum Herrgott singen:

Nimm hin den hohen Erntedank,
Was Hände, fromm, und Sicheln, blank,
Der Heimatflur entnommen fein,
Ist Speise uns und bleibt doch dein.

Die Früchte der Arbeit von Mensch und Vieh,
In Körben gesammelt, geschmückt zu Garben,
Hier stehen und liegen und duften sie:
Getreide, Gemüse, Obst aller Farben.

Nicht Kenntnis, hoch, noch Fleiß allein
Kann Ursach dieser Vielfalt sein,
Nein, unter einer größern Macht
Ist alles dies so gut vollbracht.

Es färbt sich das Weinlaub, nicht Müh genug,
Zu tun, Herr, ist viel noch in Feld und Garten,
Es leuchtet die Egge, es starrt der Pflug,
Das Spätobst, die Aussaat, das kann nicht warten.

Die Andacht lenkt den Blick nach vorn,
Der Acker ruft das Winterkorn!
Kartoffeln, Rüben müssen raus,
Martini erst sieht uns zu Haus.

Auch dann nicht ganz endet des Bauern Jahr,
In Scheunen und Ställen gilt kein Bequemen,
In stetem Gedeihen ergraut sein Haar,
Das Werktagshemd wird ihm der Tod erst nehmen.

©Wolfregen

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