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Foto: Wolfregen

Foto: ©Wolfregen

Oben im Walde

Da hausen Männlein, Weiblein fromm
Im ewigen Gebet, doch ohne
Fließendes Wasser, Heizung, Strom
In einer Trockenklokommune.
Ein Zottelbart, halb Mensch, halb Vieh,
Im Größenwahn, der leitet sie.

Er nennt sich Paulus, sitzt bequem,
Indes die armen Tröpfe darben,
Ging barfuß durch Jerusalem,
Erzählt darüber hell in Farben.
Die halbe Welt ist sein Quartier,
Hier bettelt man und spart dafür.

Und kommt er her, zweimal im Jahr,
Gleich greift er in die klammen Kassen,
Im Lumpenhabit, fett das Haar,
Voll Krümel, die er drangelassen;
Spricht von Mission, die keine ist,
Stinkt vor sich hin, furzt ab und frisst.

Die Jünger, selig, schauen zu
Und glauben wortlos die Geschichten,
Er ist das Lehramt, ist der Schuh,
Wonach sich jeder hat zu richten.
Gott selbst, das macht er ihnen weiß,
Wirkt in ihm und dem ganzen Scheiß.

Genug salbadert, wenn ihm nett,
So legt er sich, sein Schweiß die Creme,
Zu einer Hörigen ins Bett
Und kümmert sich um Weltprobleme.
Sind alle evangelisiert,
Dann reist er ab, satt und verschmiert.

©Wolfregen

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