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Foto: Wolfregen

Foto: ©Wolfregen

Nächtlicher Besuch

Wenn wir gegen Mitternacht
Tief im Schlaf sie meinen,
Nur der Mond die Burg bewacht
Und die Sterne scheinen,
Dann ein Schatten sich bewegt
Lautlos wie die Eulen,
Jetzt die Turmuhr zwölfmal schlägt
Und die Wölfe heulen:
Geht er in der Rüstung schwer
Drohend langsam hin und her.

Schwarz am Brunnen steht sein Pferd,
Scharrt mit scharfen Hufen,
Grob am Steine schleift sein Schwert,
Steigt er hoch die Stufen;
In den hohen, dunklen Turm
Will der fremde Ritter,
Sagt kein Wort, doch naht ein Sturm,
Fern schon blitzt Gewitter.
Ahnt ihr es, was er dort will? –
Folgen wir ihm also still…

Ins Gemach – doch es ist leer -,
Wo Prinzessin nähte,
Die ihn, lange ist es her,
Lachend hier verschmähte.
Horch! Die Glocke schlägt ein Uhr:
Lautes Scheppern, Schallen
Und des Ritters Hülse nur
Übrig bleibt beim Fallen.
Geist, nun geh, es ist genug,
Enden muss der schlimme Spuk!

©Wolfregen

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