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Walter Crane: Renaissance of Venus (1877)

Walter Crane: Renaissance of Venus (1877)

Brief an Venezia

Dich suchte ich an vielen fremden Orten
und fand dich hier als Insel fern im Meer,
bist aus der Träume Wellen aufgestiegen,
dein Glanz berauscht – ich liebe dich so sehr.

Und singst dein Lied, bist Flüsterton in allem,
was groß und edel mir im Herzen blieb,
ich kam, nur dich zu sehen, mich zu finden
in dir, um dann zu enden, du mein Lieb!

Geh in mir auf, du Schöne, Schaumgeborne,
du Perle fein, dein Meergrund möcht ich sein
und deine Gondel, die dich schwarz gewandet
zur letzten Ruhestätte bringt – allein.

Bin Schatten, Echo dir, ein Hauch auf Spiegeln,
worin dein lieblich Antlitz leis verschwimmt,
ich fühl dein Herzschlag, rühr ganz sacht an Saiten,
worauf man dir ein Liebeslied gestimmt.

Allein in dir bin ich Musik geworden,
ein Fluss, der seltsam still im Äther zieht,
der Schönheit Tod muss ich in dir beweinen,
doch kost ich deinen Duft, bevor er flieht.

©Constanze

Inspiriert von Wolfregens Gedicht:

https://wolfregensconstanze.wordpress.com/2014/06/16/sein-letzter-brief-war-aus-venedig/

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