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damals wie heute, Foto: soja31 / pixelio.de

damals wie heute, Foto: ©soja31 / pixelio.de

Letzter Brief an die Geliebte

Dort starb er liebeskrank und ledig:
Sein letzter Brief war aus Venedig,
So steht’s geschrieben, eigner Hand,
Der Stadt der traurigen Kanäle,
Der Gondeln und der Gondelpfähle,
Woran der Tod auch seine band.

Ein leeres Notenblatt drin lose,
Zerdrückt und welk auch ein Rose,
Er meinte sich! – Ich kam darauf:
Er selbst ist zur Musik geworden
Und ihren Duft kann niemand morden,
Ist in der Welt, ging darin auf.

Ihr Schatten, Echo will er bleiben,
Mit zartem Hauch auf Spiegeln schreiben,
Worin sich fängt ihr stummer Blick,
Will Herzens Widerhall erspüren,
An Violinensaiten rühren,
Worauf gespielt man ihr ein Stück…

Die Gondeln, angebunden, schaukeln,
Auf dunklem Wasser Lichter gaukeln,
Man weiß nicht, wer die Schöne war;
Der Brief, galt‘s einem Feenwesen?
Nie abgeschickt, blieb ungelesen,
Doch schrieb mein Freund ihn wunderbar.

©Wolfregen

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