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Foto: Constanze

Foto: ©Constanze

Entzauberung

Der Sommer macht frieren, dem Winter fehlt Schnee,
Das Leben bleibt leblos, der Tod tut nicht weh.
Die Worte verlieren den rechten Sinn,
Wo ist nur die Mystik des Daseins hin?

Die Alten verhalten und kleiden sich schräg,
Den Jüngeren gibt man kein Maß auf den Weg.
Der Frühling streut Blumen, die duften nicht,
Im Herbst bringt die Ernte ein Notgericht.

Ganz dunkel wird’s nicht mehr: da leuchtet kein Stern!
Nichts Schlichtes ist schlicht mehr, die Ferne nicht fern,
Entzaubert die Nähe, kein Nähern nah,
Intimes, Geheimes liegt offen da.

Kein Werben, kein Mondlicht, nicht einmal ein Brief,
Als ob die Geringste der Grazien schlief!
Wie könnten die Dinge voll Liebreiz sein,
Doch groß ist die Armut – und Schönheit klein.

©Wolfregen

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