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Carl Larsson: Lucia Morning (1908)

Carl Larsson: Lucia Morning (1908)

Tage im Advent

Wir sehen auf und bangen:
Das Licht ist fortgegangen,
Nachts funkeln Sterne klar.
Die Nebel sind zerrissen,
Wie auf samtschwarzem Kissen
Ruht droben ihre Königsschar.

Wir frieren all und hoffen,
Vom Dunkel sehr betroffen,
Du kehrest bald zurück!
Es brennt die erste Kerze,
Sie wärmt uns in dem Schmerze
Und naht im Geiste dir ein Stück.

Die Kälte wird noch schlimmer:
Reif legt sein‘ grauen Schimmer
Auf Welkes, Baum und Strauch.
Wie tief hinab sie steige,
Wir stellen Barbrazweige –
Ein zweites Lichtlein brennt dann auch.

Nun ist viel Schnee gefallen,
Wir fasten, schenken allen,
Wählen die Schönste aus:
Sankt Luzia darf sie heißen,
Die Ärmsten soll sie speisen,
Lichthäupten geht sie hell durchs Haus.

Und wärmer wird’s im Herzen,
Es brennen schon drei Kerzen,
Bleibt eine unberührt.
Adventskranz, sollst dich schließen,
Lichtflämmchen, sei gepriesen,
Das heut zum vierten Dochte führt!

Beim Duft von Zimt und Mandel
Süß eingekehrter Wandel
Die Stube leuchten lässt.
Vertrieben sind Gespenster,
Eisblumen ziern die Fenster:
Wir freuen uns aufs Weihnachtsfest!

©Wolfregen

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