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Foto: Wolfregen

Foto: ©Wolfregen

Tage im Spätherbst

Ein Ernst ruht still in allen,
Das Laub ist abgefallen,
Kahl liegen Feld und Flur;
Auf Äckern hüpfen Krähen,
Gepflügt, nach Saat sie spähen,
Sonst regt sich nichts, der Wind weht nur.

Buß- und Bettag

Die Sonne sinkt schon wieder,
Am Mittag steht sie nieder,
Kein Tag mehr, der erfreut;
Sie scheint nur wenig Stunden,
Bald ist sie ganz verschwunden,
Verhüllt in grauem Nebelkleid.

Kein Vogel wird sie wecken,
Bald Schnee das Land bedecken,
Es ist so klamm im Haus.
Ist Streu ans Beet genommen?
Streng wird der Winter kommen,
Reif lag am Morgen erstmals aus.

Totensonntag

Lasst gehn uns zu den Toten,
Wie es der Brauch geboten,
Uns als ein ernstes Lab;
Sie ruhen dort in Frieden,
Der sei auch uns beschieden,
Ein schlichter Gruß schmückt jedes Grab.

Noch blühen späte Rosen,
Doch all die Herbstzeitlosen,
Tot liegen sie im Gras.
Vereinzelt wie die Blumen,
Genährt von kargen Krumen,
So stehn auch wir und werden blass.

Schwach, ausgesetzt den Wettern,
Not, Unbill, fern von Rettern,
Oft mutlos, selten satt.
Wohl dem, der mit Vertrauen
In ein Gesicht darf schauen
Und eine Hand zum Greifen hat.

©Wolfregen

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