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Totale Sonnenfinsternis 1999, Foto: Adolf Riess / pixelio.de

Totale Sonnenfinsternis 1999, Foto: ©Adolf Riess / pixelio.de

Totale Sonnenfinsternis

Wer sie erlebt, nicht halb, nicht fast, nein: ganz!,
Der wird das Ungeheure nie vergessen:
Die schwarze Sonne mit dem Feuerkranz –
Ihr Eindruck tiefer als die schönsten Messen.-
Wallfahrern gleich verfolgten wir die Spur
Und lagerten am Ziel auf freier Flur.

Bald Mittag war’s, der Wolkenvorhang riss,
Gab frei den Blick auf sie und ihr Verschwinden,
Was schier unmöglich scheint, wird nun gewiss:
Der Mond, er wird sein Spiel exakt vollenden!
Was aber türmt sich dort am Horizont?
Schwarz, unbeschreiblich, wie aus Alptraums Grund…

Er naht! Dann jagt er flimmernd schnell heran:
Der allgewaltig, weltenschwere Schatten,
Liegt über uns als lähmend dunkler Bann –
Nie rascher Nacht auf Dämmerung wir hatten.
Erleben und Geschehen werden eins,
Man schweigt und fühlt die Nichtigkeit des Seins.

Die Menschen stehen unwillkürlich auf,
Als wär’s ein Gottesdienst im höchsten Dome,
Nachttiere taumeln, ändern wirr den Lauf,
Die Ordnung wankt, aus Bösen werden Fromme.
Ereignisse, die groß in Gottes Haus,
Sie werfen ihre Schatten nicht voraus!

©Wolfregen

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