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Leo von Klenze: Salvatorkirche zu Donaustauf und Walhalla (1839)

Leo von Klenze: Salvatorkirche zu Donaustauf und Walhalla (1839)

Alexokles

Ein heitrer Tag neigt sich dem Ende,
Der Hain schon stehet winddurchbraust,
Im Tale bringen fleißig Hände
Noch ihr gereiftes Gut nach Haus.

Die ersten Blumen haben hold
Im milden Abendlicht geschlossen,
Das ganze Land noch schimmert gold,
Von einem fernen Strom durchflossen.

Hier oben gar, da wandelt er,
Oft zwischen Stein und Felsen nur:
Alexokles, ein Liebender,
Der Freund und Günstling der Natur.

Sein Auge ruht am Himmel klar,
Was mag ihn rührn zu dieser Stund?
Die Sonne spielt im grauen Haar
Und lieblich schweigt der ernste Mund.

Spricht Verse, die wir nie vernommen,
Geheimnisvoll und spürbar tief,
Wie diesem Herzen sie nur kommen,
Aus dem ein hehrer Geist sie rief.

In freie Höhen zieht empor
Der fromme Sinn den himmlisch Weisen,
Geleitet durch ein sichres Ohr,
Auf dass ihn Genien nur speisen.

©Wolfregen

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