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Foto: Wolfregen

Foto: ©Wolfregen

Spätsommertage

Laurenzi

Hochsommers heiße Mitten
Ist glühend schon überschritten,
Lindernde Kühlung tät not.
Aber das Fleisch muss leiden:
Erduldet die Qual bescheiden,
Ist doch sein Schmerz euer Brot.

Legt ihr euch abends nieder,
Wie brennen ihm heiß die Glieder,
Rücken und Hände sind wund.
Braucht euch dafür nicht schämen,
Vom Himmel ab fallen Tränen
Tröstlich zu nachtschwarzer Stund.

Mariä Himmelfahrt

Mutter doch aller Schmerzen,
Dir weihen wir hohe Kerzen,
Kräuter hier, neun an der Zahl.
Arbeit ist unser Leben,
Der Acker will Steine geben,
Dornen und Schweiß heißt uns Mahl.

Sanft bist du aufgefahren,
An Fürbitte möcht nicht sparen,
Breite den Mantel weit aus.
Sorgen sind‘s, die wir erben,
Geboren, um gleich zu sterben,
Elend bloß findet ins Haus.

Bartholomä

Endlich ist’s überwunden:
Der Leib, er ist abgeschunden,
Stoppeln nur bleiben dem Feld.
Sichel, du darfst nun hangen,
Die Ernte ist eingefangen,
Freue dich, darbende Welt.

Geiger, spiel auf zum Feste!
Die Jugend hol unter Äste,
Linde dort, eh du dich färbst.
Wehrt nicht dem Tanz, ihr Frommen,
Wird anderer Schnitter kommen,
Bitterer hält er dann Herbst.

©Wolfregen

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