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Annie Louisa Swynnerton: The Sense of Sight, Detail (1895)

Annie Louisa Swynnerton: The Sense of Sight, Detail (1895)

Himmelskind

Hier ist ein Ort, den ich im Traume sah,
ein steiler Pfad, nach oben führt der Lauf,
kein Blick zurück, was immer auch geschah,
ich ahn, ich muss hinauf.

Ich mache mich ganz einfach auf den Weg,
sind auch der Steine, Grenzen noch so viel,
in meines Schicksals Hände ich es leg,
ich seh, es ist mein Ziel.

Den Kreuzweg dicht am Rand spür ich in mir,
doch Freude auch, die kommt mit stetem Gang,
und meine Hände greifen nur nach dir,
ich fühl, du bist mir bang.

Ich halte dich, weil ich dich halten will,
scheinst oft so winzig, aber bist doch mehr,
und strampelst wild, hältst einfach nicht mehr still,
ich weiß, dich lieb ich sehr.

Und manchmal setz ich dich hinab auf Grund,
weil ich nur immer denk, ich fühl mich leer,
doch krabbelst du auch selbst zu jeder Stund,
wenn ich den Rücken kehr.

Eroberst alles, was im Weg dir steht,
mit lichten Blicken, die nur Taten sind,
die reine Kraft, die immer mit mir geht
bist du, mein Himmelskind!

©Constanze

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