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Das Gewitter naht, Foto: Martin Gebhardt / pixelio.de

Das Gewitter naht, Foto: ©Martin Gebhardt / pixelio.de

 Hochsommertage

Heuert

Der Sommer blieb schön. Das Gras ist geschnitten,
Auf Heureitern hing es zum Trocknen aus.
Alt Bauernleut stehn am Feldkreuz und bitten:
Nun bring auch die Ernte uns heil nach Haus.

Die Lerche stieg auf, als der Schnitter ging;
Wir sahen hinauf, wenn die Sense fing;
Der Rechen zog Mahd, sie trällerte droben;
Lag abends der Schwad, sie stand noch dort oben.

Es duftet nach Heu, nach würzigen Kräutern:
Ein fernes Gewitter steht überm Land!
Die Pferde sind scheu. Man rät den Begleitern.
Lasst gehn uns! Nimm jeder sein Zeug zur Hand.

Jakobi

Wie nachtet das schnell! Ist’s nicht heller Tag?
Es blitzet schon grell. Horch, ein erster Schlag!
Stark windet es auf, die Vogelscheuch flattert;
Im Dorf Lärm zuhauf. Wie’s Federvieh schnattert!

Gereift steht das Korn: kein Hagel darf kommen!
Bös trommelt der Regen aufs Bauerndach.
Verstärk nicht den Zorn! Sein Bild wird genommen,
Man zündet ein Licht an, liegt lange wach.

Und über Gebet, Donner, Grollen, Schein,
Dem Tröpfeln noch spät, schläft die Sorge ein.
Es legt sich die Wut im Schimmer der Frühe.
Und draußen das Gut? War nutzlos die Mühe?

Die Sonne steigt heiß. Mit Tages Beginnen
Wirft Gold sie ins trocknende Ährenfeld.
Es knackt noch. Der Schweiß des Schnitters kann rinnen,
Wenn Klatschmohn zur Kornblume neu sich stellt.

©Wolfregen

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