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Sternenhimmel, Foto: jsr / pixelio.de

Sternenhimmel, Foto: ©jsr / pixelio.de

Gewählte Formen

Ihr fragt mich, warum ich im Versmaß schreibe,
Nicht näher an ‚wirklicher Sprache‘ bleibe,
Warum ich noch Strophen und Silben zähl,
Am Ende der Zeile den Reim meist wähl.

Verstaubt sei’s, die Form vergangener Zeit,
Ein enges und oft getragenes Kleid.
Und dann: Welche Themen! Worte, die sterben:
‚Holdselig‘, ‚verweilen‘ – ganz ohne Erben.

Geschwätz nur, unkritisch, gar nicht politisch,
Naiv, provinziell und…danke recht schön!
Einer, der wollte tatsächlich zertrümmern –
Das aber sollte mich wenig bekümmern.

Ihr sprecht wie Zensoren! So ist mir‘s lieber:
Gern häng ich den Dingen Lobkränze über.
Gewiss, es gibt Schlimmes, Krankes, ist Fakt;
Auch geh ich nicht achtlos draußen, nicht nackt.

Tippt klein ‚Avantgarde‘, ganz Intellekt,
Man rätselt, was hinter Fassaden steckt.
Je älter der Ausdruck, vertraut wie Lieder,
Viel wärmer gleich klingt’s in der Seele wider.

Den klaren Nachthimmel sehen wir gerne,
Was droben leuchtet, das bleiben die Sterne.
Die Namen könnt ihr vertauschen, verdrehen,
Es bleibt im Herzen doch immer so stehen.

©Wolfregen

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