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Vilhelm Hammershoi: Ruhe (1905)

Vilhelm Hammershøi: Ruhe (1905)

Mein Zimmer: die Stille…

In meinem Zimmer kehrt sie ein
und legt sich sanft auf alle Dinge.
Die Stille schläft auf allem ein,
verträumte Stund, die ich tief sinne, –
wie tot und dennoch wach zum Neubeginne
an einem andern, wundersamen Ort.
Ein Ticken nur, pulsierend mir im Blut,
die alte Tischuhr geht,
das Rädchen im Getriebe steht
im Lebensfluss nie still.
Der Glocke harter Schlag durchbricht den Reigen
und meine Hand erfühlt das Zeigen
des Fingers, der mich schleichend mahnt zu tun.
Ich aber möchte ruhn,
entreiße ihn mit einem Ruck dem Rund
und lege ihn auf meinen Mund.
O lasse mir doch diese eine Stund,
den Augenblick, der alles zeigt
und der nicht spricht im Fluss der Zeit,
und fühle, dies ist Ewigkeit, –
ich bin längst fort…

©Constanze

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