Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Sehnsucht, Erwachen

Erst banger, monotoner Klang
der Tasten, die fast ungeduldig rufen
nach jener Stimme, die so ganz ergreift
und plötzlich reift, von gleicher Hand entfaltet.
Zugleich der sanfte Einsatz einer Saite,
ein Bogenstrich mit Antwort eines Gleichen,
im Anklang, Einklang einer Macht,
die spielt, was ganz erklingen lässt in Pracht
und Schönheit, die in allem siegt.
Wie einfühlsam steigt dieser Sang
der Violine, die nicht schweigen kann,
und nachschwingt, melodiös erliegt
beim Sehnsuchtslied, das liebend wiegt,
bis sie sich finden im Duett, sehr weich
und innig ineinanderfließen.
Ein Zugehn, Anrührn, Nachspürn, Zeigen
der zarten Sympathie im Reigen
von Instrumenten, die im Wechsel flehn,
als wollten sie nie anders gehn:
zusammenspielen, freun und leiden –
und sich vereint in Stille kleiden.

©Constanze

Geschrieben in Anlehnung an Ludwig van
Beethovens Violinsonate Nr. 5 in F Major,
Opus 24 (“Frühling”: Adagio molto espressivo).

Advertisements