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John William Waterhouse: St. Cecilia (1895)

John William Waterhouse: St. Cecilia (1895)

Mein Zimmer: die Musik…

Du Holde,
gar still entrückt
ruhst mir im Zimmer meiner Seele,
denn deine Schönheit gleicht dem Saitenspiele
der Engel, die in Andacht vor dir knien.
Und dir im Schoße offen lieget
das große Buch des Lebens
mit lichten und mit dunklen Melodien.
Ein ruheloser Auf- und Abgesang ist das,
ein schwankend Glück wie jenes Schiff,
das nah bei uns vor Anker liegt,
und bald schon wieder außer Hafen muss,
auf große Fahrt es uns von dannen zieht.
Doch über allem schwingt mein eignes süßes Lied,
das schweigsam groß und seltsam sicher
durch die Lande zieht.
Gleich einem Vogel, der die blauen Himmel liebt,
und frei und leicht sich sanft in Lüften wiegt.

©Constanze

Geschrieben in Betrachtung einer Gemäldekopie der „St. Cecilia“ (1895)
von John William Waterhouse (1849-1917).

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